Deutschland England
Denkwürdige WM-Duelle bei Deutschland gegen England
Sportilla. Deutschland gegen England – es ist das fünfte Aufeinandertreffen beider Teams bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Bis auf eine Ausnahme waren es stets packende Duelle.
Das erste Duell lieferten sich beide im Finale der WM 1966 im Londoner Wembleystadion. 2:2 steht es nach neunzig Minuten, und etwa zehn Minuten später passiert eine Szene, die unvergessen bleibt: Geoffrey Hurst jagt den Ball unter die Latte, von dort springt er zurück…vor die Linie. Das haben immerhin 100.000 Zuschauer im Stadion gesehen, ein paar englische Spieler heben wie immer in solchen Momenten reflexartig den Arm und reklamieren Tor.
Das Schirigespann Gottfried Dienst aus der Schweiz und sein russischer Assistent Tofik Bachramow fällen nach Absprache – spricht der eine russisch? Spricht der andere deutsch? Sind beide des englischen mächtig? – eine Fehlentscheidung, die noch Generationen bewegen wird. Bachramow steht schlecht zur Situation, weit weg, im stumpfen Winkel, und auch Dienst kann aus dem Feld heraus sicher nur Vermutungen anstellen. Er tut das einzig richtige und verläst sich auf seinen falsch postierten Assistenten – der auf Tor entscheidet.
Mit modernster Technik ist längst bewiesen, dass der Ball nicht im Tor war. In Erinnerung geblieben ist selbstverständlich auch das Bild eines Uwe Seelers, der mit gesenktem Kopf vom Spielfeld schleicht. Und was hat dieses ominöse Tor noch bewirkt? England wurde erstmals Weltmeister und zählt seitdem mit schöner Regelmäßigkeit zum Kreis der Favoriten. Und mit schöner Regelmäßigkeit werden sie ihrer zugedachten Rolle nicht gerecht.
Vier Jahre später sehen sich beide Mannschaften wieder, WM-Viertelfinale in Mexiko. Franz Beckenbauer macht das Spiel seines Lebens. Kaiser Franz schafft nach 0:2-Rückstand den Anschlusstreffer, und Uwe Seeler gelingt mit dem Hinterkopf ein ganz kurioses Tor zum Ausgleich. In der Verlängerung ist es dann Gerd Müller, der den Ball ins Tor donnert. Dass dieses mitreißende Duell im Halbfinale gegen Italien nochmals eine Steigerung erleben würde, hätte vorher niemand zu träumen gewagt.
Bei der WM 1982 in Spanien endet ein recht maues Zwischenrundenspiel beider Mannschaften 0.0. Deutschland wird Sieger seiner Dreiergruppe und steht später im Finale, das gegen Italien verloren geht.
Acht Jahre später in Italien trifft Deutschland im Halbfinale auf England. Ein rassiges Spiel endet nach der regulären Spielzeit 1:1, die Verlängerung bringt keine Highlights. Also Elfmeterschießen, der junge Kölner Torwart Bodo Illgner wurde zum Matchwinner. Den vierten Elfer von Stuart Pearce konnte er entschärfen, anschließend traf Olaf Thon und setzte Chris Waddle unter Druck. Der verschoss ebenfalls, und seitdem gehen deutsche Mannschaften recht entspannt in ein Elfmeterschießen, während England viel lieber eine Münze werfen würde. Deutschland schlug Argentinien im Finale und wurde Weltmeister.
(Redaktion)
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